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TOSCANA 2001

19.05. – 26.05.2001 von Reinhard Hack


1.Tag (Samstag)

Abfahrt 08.00 Uhr, BP-Tankstelle. So, oder ähnlich wurde es zumindest am Vorabend im Klublokal Spendelhofer vereinbart. Theoretisch hätte es auch bestens geklappt, hätte ein Teilnehmer nicht seinen Reisepaß vergessenen. Ich will hier nicht verraten wer es war, nur soviel: Herbert hat anschließend möglicherweise einen neuen Rekord zwischen Traismauer und St. Pölten aufgestellt, um wenigstens um 08.30 Uhr am Treffpunkt einzulangen. Unser Weg führte über Waidhofen/Th. – Altenmarkt – Admont – Liezen – Schladming – Obertauern – Tamsweg – Turracher Höhe und Plöckenpaß nach Italien.

Bei herrlichem Wetter kamen wir rasch voran, doch um ca. 18.00 Uhr und etwa 450 km Fahrleistung rutschte Markus in einer Linkskurve so unglücklich weg, daß er sich an einer Steinmauer seine hintere Felge demolierte. An eine Weiterfahrt war somit nicht mehr zu denken und wir nächtigten unweit der Unfallstelle in einem Gasthaus. Nach einigen Telefonaten klappte dann doch noch der Abtransport der „KAWA“ durch den italienischen Schwesterklub des ÖAMTC.

Beim Abendessen machten wir dann erste Bekanntschaft mit der italienischen Küche. Aufgrund unserer  überragenden Italienischkenntnisse gestaltete sich die Bestellung doch etwas kompliziert. So stellte sich heraus, daß Pasta Asciutta in diesem Fall die bessere Wahl war als ein Steak. Ein Steak war nämlich wirklich nur ein zähes Stück Fleisch ohne Salat und Beilagen und kam sich so am Teller doch etwas verloren vor. Bei einigen Flaschen Rotwein und den unvermeidlichen „G‘schichteln“ klang der erste Abend aber dann doch noch recht gemütlich aus.

2.Tag (Sonntag)

Nach einem mittelmäßigen Frühstück erfolgte der Aufbruch zur 2. Etappe um ca. 08.00 Uhr. In der Hoffnung einer baldigen Ersatzteillieferung blieb Markus zurück. Daß dem jedoch nicht so sein sollte, stellte sich bald heraus und er mußte die Heimreise im Leihauto antreten. Auf der Autobahn ging es dann quer durch die Po-Ebene und hinunter bis in die Nähe von Montevarci. Die „Strada di Chianti“ führte uns dann bis nach RADDA DI CHIANTI, unserem Reiseziel. Unser Tour-Captain Karl erkundete sofort ein Quartier und wurde auch schnell fündig. Die nächsten 5 Nächte incl. Frühstück sollten wir in einem aus Steinen, wie für diese Gegend typischen, gemauerten alten Privathaus verbringen. Die Zimmer waren  klein und sehr spartanisch eingerichtet, jedoch relativ neu renoviert und auch sehr sauber.

>Nachdem sich Willi in der ersten Nacht als nicht sehr ruhiger Bettnachbar erwiesen hatte und mein Zimmerkollege ausgefallen war, vollzog Herbert einen fliegenden Wechsel und Willi war somit Alleinschläfer. Daß er aber auch das größte Zimmer hatte, stellte sich erst später heraus und wurde somit an zwei Abenden für ein gemeinsames rustikales Abendessen zweckentfremdet.

3.Tag (Montag)

Nach einem opulenten Frühstück, bei dem wir wirklich vorzüglich versorgt wurden, starteten wir zur ersten Besichtigungstour. Ziel war SIENA. In Siena angekommen, parkten wir zufällig neben  Bikern aus Linz. Die Welt ist eben ein Dorf. Da einem von ihnen soeben die Uhr abhanden gekommen war, rieten sie uns zur größten Vorsicht. Wir verstauten daraufhin eben alles so gut es ging im Top Case, sowie in den Rucksäcken und machten uns einigermaßen bepackt zur Stadtbesichtigung auf. Die Runde führte uns über den großen Hauptplatz, den Dom und in die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen.

4.Tag (Dienstag)

Erstes Ziel an diesem Tag war PISA. Ein Rundgang zu den Pflichtsehenswürdigkeiten bestätigte uns, daß der inzwischen sanierte Turm noch immer schief ist und auch die restlichen Gebäude durchaus eine Reise wert sind. Da dies der heißeste Tag der Woche war, waren wir aber nach einiger Zeit froh, wieder den Fahrtwind zu spüren. Wir fuhren Richtung LIVORNO ans Meer und entlang der Küste bis CECINA. Da es zwischenzeitlich bewölkt und etwas windig geworden war, verzichteten wir dann doch auf ein Bad im Meer und begnügten uns mit einem kurzen Strandaufenthalt. Allein Karl wagte sich dann doch bis zu den Knöcheln ins Wasser. Am Rückweg besuchten wir noch VOLTERRA, welches für sein Alabasterhandwerk berühmt ist. In den Gassen kann man den Bildhauern in ihren kleinen Werkstätten direkt bei der Entstehung der Kunstwerke zusehen. Den Abschluß bildete ein Rundgang durch die große Parkanlage, die sich etwas oberhalb der Stadt erhebt.

Nach diesem doch etwas umfangreicheren Ausflugstag kehrten wir auch erst nach Einbruch der Dunkelheit nach Radda zurück.

5.Tag (Mittwoch)


Ziel dieses Tages war der LARGO DI BOLSENA, der größte Binnensee Italiens. Zu diesem Zweck mußten wir die Toscana verlassen und fuhren nach Lazio. Dies war zugleich der südlichste Punkt unserer Reise (ca. 120 km vor Rom). An einen Badeaufenthalt war auch hier wegen der etwas frischen Temperaturen nicht zu denken. Am Rückweg besuchten wir das Kloster MONTE OLIVETO MAGGIORE. Der mächtige Ziegelsteinbau liegt inmitten eines Zypressenhaines. Sehenswert ist vor allem der Kreuzgang mit seinen Fresken, die das Leben des Hl.Benedikt illustrieren.

6.Tag (Donnerstag)

Am letzten Tag unseres Toscanaaufenthaltes besuchten wir VINCI und SAN GIMIGNANO. Im Geburtsort Leonardo da Vinci’s, dem wohl bedeutendsten  Universalgenie der Renaissance, bildet das Museum, welches einen Überblick über die Erfindungen Leonardos bietet, mit Sicherheit einen Fixpunkt. Hier können funktionstüchtige Modelle bestaunt und auch ausprobiert werden.

San Gimignano, berühmt durch seine vielen Türme, bildete den Abschluß unserer Besichtigungsreise durch einen Teil der Toscana. Die Stadt befindet sich auf einem 344m hohen Hügel. Die Entstehungsgeschichte der Türme geht auf ein Wetteifern und sich gegenseitig Übertreffen Wollen der wohlhabenden Familien in das 12. – 13.Jahrhundert zurück.

Hier wurden wir vom einzigen erwähnenswerten Gewitter mit wolkenbruchartigen Niederschlägen überrascht, welches wir aber im Schutz einer Wechselstube trocken überstanden. Es soll hier überhaupt erwähnt werden, daß wir wettermäßig während der ganzen Woche sagenhaftes Glück hatten. Aber es hat s
ich wahrscheinlich der Spruch „ Wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen“ bewahrheitet.Am Abend wurde dann in dem schon zu Beginn des Berichts erwähnten Zimmer von Willi bei Spanferkel, Wurst, Käse, Bier und Wein der Abschluß einer gelungen Woche gefeiert.

7.Tag (Freitag)

Heimreise. Radda in Chianti bis Tamsweg. Über ca. 650 km Autobahn gibt es nicht wirklich allzuviel zu erzählen. Vielleicht nur soviel, daß ich mit leerem Tank und abgestorbenen Motor zur Tankstelle gerollt bin und das Sitzen nicht mehr das reine Vergnügen war.

In TAMSWEG wurde uns vom ÖAMTC der Gasthof „GAMBSWIRT“ als bikerfreundlich empfohlen. Dem kann man sich wirklich nur anschließen. Essen und Zimmer sind großartig. Allein das Bad war in etwa beinahe so groß wie in Italien das ganze Zimmer.

8.Tag (Samstag)

Der letzte Teil unserer Heimreise wurde in zwei Gruppen angetreten. Die erste, die es etwas eiliger hatte, wählte die Route über Knittelfeld – Bruck/Mur – Mürzzuschlag, die zweite fuhr übers Ennstal und Wildalpen.

Fazit: ca. 3000 km Fahrleistung, viel gesehen, tolle Kameradschaft.