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1.Tag
(Samstag)
Abfahrt
08.00 Uhr, BP-Tankstelle. So, oder ähnlich wurde es zumindest
am Vorabend im Klublokal Spendelhofer vereinbart. Theoretisch
hätte es auch bestens geklappt, hätte ein Teilnehmer nicht seinen
Reisepaß vergessenen. Ich will hier nicht verraten wer es war,
nur soviel: Herbert hat anschließend möglicherweise einen neuen
Rekord zwischen Traismauer und St. Pölten aufgestellt, um wenigstens
um 08.30 Uhr am Treffpunkt einzulangen. Unser Weg führte über
Waidhofen/Th. – Altenmarkt – Admont – Liezen – Schladming –
Obertauern – Tamsweg – Turracher Höhe und Plöckenpaß nach Italien.
Bei herrlichem Wetter kamen wir rasch voran, doch um ca. 18.00
Uhr und etwa 450 km Fahrleistung rutschte Markus in einer Linkskurve
so unglücklich weg, daß er sich an einer Steinmauer seine hintere
Felge demolierte. An eine Weiterfahrt war somit nicht mehr zu
denken und wir nächtigten unweit der Unfallstelle in einem Gasthaus.
Nach einigen Telefonaten klappte dann doch noch der Abtransport
der „KAWA“ durch den italienischen Schwesterklub des ÖAMTC.
Beim
Abendessen machten wir dann erste Bekanntschaft mit der italienischen
Küche. Aufgrund unserer überragenden Italienischkenntnisse
gestaltete sich die Bestellung doch etwas kompliziert. So
stellte sich heraus, daß Pasta Asciutta in diesem Fall die
bessere Wahl war als ein Steak. Ein Steak war nämlich wirklich
nur ein zähes Stück Fleisch ohne Salat und Beilagen und kam
sich so am Teller doch etwas verloren vor. Bei einigen Flaschen
Rotwein und den unvermeidlichen „G‘schichteln“ klang der erste
Abend aber dann doch noch recht gemütlich aus.
2.Tag
(Sonntag)
Nach
einem mittelmäßigen Frühstück erfolgte der Aufbruch zur 2.
Etappe um ca. 08.00 Uhr. In der Hoffnung einer baldigen Ersatzteillieferung
blieb Markus zurück. Daß dem jedoch nicht so sein sollte,
stellte sich bald heraus und er mußte die Heimreise im Leihauto
antreten. Auf der Autobahn ging es dann quer durch die Po-Ebene
und hinunter bis in die Nähe von Montevarci. Die „Strada di
Chianti“ führte uns dann bis nach RADDA
DI CHIANTI, unserem Reiseziel. Unser Tour-Captain Karl
erkundete sofort ein Quartier und wurde auch schnell fündig.
Die nächsten 5 Nächte incl. Frühstück sollten wir in einem
aus Steinen, wie für diese Gegend typischen, gemauerten alten
Privathaus verbringen. Die Zimmer waren
klein und sehr spartanisch eingerichtet, jedoch relativ
neu renoviert und auch sehr sauber.
>Nachdem
sich Willi in der ersten Nacht als nicht sehr ruhiger Bettnachbar
erwiesen hatte und mein Zimmerkollege ausgefallen war, vollzog
Herbert einen fliegenden Wechsel und Willi war somit Alleinschläfer.
Daß er aber auch das größte Zimmer hatte, stellte sich erst
später heraus und wurde somit an zwei Abenden für ein gemeinsames
rustikales Abendessen zweckentfremdet.
3.Tag
(Montag)
Nach
einem opulenten Frühstück, bei dem wir wirklich vorzüglich versorgt
wurden, starteten wir zur ersten Besichtigungstour. Ziel war
SIENA. In Siena angekommen, parkten wir zufällig neben
Bikern aus Linz. Die Welt ist eben ein Dorf. Da einem
von ihnen soeben die Uhr abhanden gekommen war, rieten sie uns
zur größten Vorsicht. Wir verstauten daraufhin eben alles so
gut es ging im Top Case, sowie in den Rucksäcken und machten
uns einigermaßen bepackt zur Stadtbesichtigung auf. Die Runde
führte uns über den großen Hauptplatz, den Dom und in die Altstadt
mit ihren verwinkelten Gassen.
4.Tag (Dienstag)
Erstes
Ziel an diesem Tag war PISA. Ein Rundgang zu den Pflichtsehenswürdigkeiten
bestätigte uns, daß der inzwischen sanierte Turm noch immer
schief ist und auch die restlichen Gebäude durchaus eine Reise
wert sind. Da dies der heißeste Tag der Woche war, waren wir
aber nach einiger Zeit froh, wieder den Fahrtwind zu spüren.
Wir fuhren Richtung LIVORNO ans Meer und entlang der Küste
bis CECINA. Da es zwischenzeitlich bewölkt und etwas windig
geworden war, verzichteten wir dann doch auf ein Bad im Meer
und begnügten uns mit einem kurzen Strandaufenthalt. Allein
Karl wagte sich dann doch bis zu den Knöcheln ins Wasser.
Am Rückweg besuchten wir noch VOLTERRA, welches für sein Alabasterhandwerk
berühmt ist. In den Gassen kann man den Bildhauern in ihren
kleinen Werkstätten direkt bei der Entstehung der Kunstwerke
zusehen. Den Abschluß bildete ein Rundgang durch die große
Parkanlage, die sich etwas oberhalb der Stadt erhebt.
Nach
diesem doch etwas umfangreicheren Ausflugstag kehrten wir auch
erst nach Einbruch der Dunkelheit nach Radda zurück.
5.Tag
(Mittwoch)
Ziel
dieses Tages war der LARGO DI BOLSENA, der größte Binnensee
Italiens. Zu diesem Zweck mußten wir die Toscana verlassen
und fuhren nach Lazio. Dies war zugleich der südlichste Punkt
unserer Reise (ca. 120 km vor Rom). An einen Badeaufenthalt
war auch hier wegen der etwas frischen Temperaturen nicht
zu denken. Am Rückweg besuchten wir das Kloster MONTE OLIVETO
MAGGIORE. Der mächtige Ziegelsteinbau liegt inmitten eines
Zypressenhaines. Sehenswert ist vor allem der Kreuzgang mit
seinen Fresken, die das Leben des Hl.Benedikt illustrieren.
6.Tag
(Donnerstag)
Am
letzten Tag unseres Toscanaaufenthaltes besuchten wir VINCI
und SAN GIMIGNANO. Im Geburtsort Leonardo da Vinci’s, dem wohl
bedeutendsten Universalgenie der Renaissance, bildet das
Museum, welches einen Überblick über die Erfindungen Leonardos
bietet, mit Sicherheit einen Fixpunkt. Hier können funktionstüchtige
Modelle bestaunt und auch ausprobiert werden.
San Gimignano, berühmt durch seine vielen Türme, bildete den
Abschluß unserer Besichtigungsreise durch einen Teil der Toscana.
Die Stadt befindet sich auf einem 344m hohen Hügel. Die Entstehungsgeschichte
der Türme geht auf ein Wetteifern und sich gegenseitig Übertreffen
Wollen der wohlhabenden Familien in das 12. – 13.Jahrhundert
zurück.
Hier wurden wir vom einzigen erwähnenswerten Gewitter mit wolkenbruchartigen
Niederschlägen überrascht, welches wir aber im Schutz einer
Wechselstube trocken überstanden. Es soll hier überhaupt erwähnt
werden, daß wir wettermäßig während der ganzen Woche sagenhaftes
Glück hatten. Aber es hat sich
wahrscheinlich der Spruch „ Wenn Engel reisen, wird sich das
Wetter weisen“ bewahrheitet.Am Abend wurde dann in dem schon
zu Beginn des Berichts erwähnten Zimmer von Willi bei Spanferkel,
Wurst, Käse, Bier und Wein der Abschluß einer gelungen Woche
gefeiert.
7.Tag
(Freitag)
Heimreise.
Radda in Chianti bis Tamsweg. Über ca. 650 km Autobahn gibt
es nicht wirklich allzuviel zu erzählen. Vielleicht nur soviel,
daß ich mit leerem Tank und abgestorbenen Motor zur Tankstelle
gerollt bin und das Sitzen nicht mehr das reine Vergnügen war.
In
TAMSWEG wurde uns vom ÖAMTC der Gasthof „GAMBSWIRT“ als bikerfreundlich
empfohlen. Dem kann man sich wirklich nur anschließen. Essen
und Zimmer sind großartig. Allein das Bad war in etwa beinahe
so groß wie in Italien das ganze Zimmer.
8.Tag (Samstag)
Der
letzte Teil unserer Heimreise wurde in zwei Gruppen angetreten.
Die erste, die es etwas eiliger hatte, wählte die Route über
Knittelfeld – Bruck/Mur – Mürzzuschlag, die zweite fuhr übers
Ennstal und Wildalpen.
Fazit:
ca. 3000 km Fahrleistung, viel gesehen, tolle Kameradschaft.
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