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Südtirol 2003
 

Südtirol 2002
Auch heuer konnten wir dem immer lauter werdenden Ruf Südtirols nicht widerstehen. Um meinerseits keine Langeweile aufkommen zu lassen (mittlerweile befahre ich Südtirol schon ohne Landkarte), habe ich mir Strecken ausgesucht, die mir noch unbekannt waren. Es war natürlich ein Risiko unbekannte Strecken bzw. Täler zu befahren (würde es uns auch dort gefallen?), denn als Reiseleiter hat man eine gewisse Verantwortung gegenüber den Mitfahrern. Aber um es vorweg zu nehmen: "Es gibt in Südtirol nur schöne Gegenden!"
Die Anreise erfolgte erstmals geführt durch ein GPS, genauer gesagt durch das GPS V von Garmin mit Straßenkennung. Es war schon recht lustig sich auf das GPS zu verlassen, wenn man die Strecke auswendig kennt. Unterwegs bemerkte ich allerdings, dass mir beim Programmieren wohl einige kleine Fehler unterlaufen waren (es war schließlich mein erstes Mal) und so kam es, dass das GPS links vorgab und ich aber nach rechts wollte. Wir fuhren aber immer dahin, wo ich wollte!
Die Anfahrtsroute war wieder zweigeteilt und führte uns am ersten Tag über den Präbichl, das Gaberl und die Pack ins Lavanttal. Beim "Radlwirt" kurz nach Twimberg scharf links abgebogen und über die Rückseite auf die Weinebene und von dort über Nebenstrassen bis Wies bei Eibiswald. Das "Gasthaus zu schönen Aussicht" war unser Ziel. Das Essen und der gute Wein hatten uns veranlasst hier wieder Station zu machen - von den Zimmern ganz zu schweigen.
Am nächsten Tag ging es über die Soboth, das Rosen- und das Gailtal ins Lesachtal. Dann über Toblach, den Misurina-See nach Cortina d´Ampezzo. Hier teilten sich ungewollt unsere Wege. Die erste Gruppe fuhr über den Falzarego-Pass, das Pordoi-Joch ins Quartier nach Rauth im Eggental, während die zweite Gruppe über den Gavia-Pass und die Marmolada (Fedaia-Pass) ins Quartier kam. Am Abend waren wir alle wieder in "unserem" Hotel Rauth versammelt.
Der erste Tag in Südtirol führte uns gleich mal in die Schweiz, um über den Umbrail-Pass (ein Teil ist noch immer Schotterstrasse) auf das Stilfser-Joch zu fahren. In Bormio zweigten wir ab, um den Gavia-Pass zu bezwingen, der seit meiner letzten Befahrung asphaltiert worden ist. Das Wetter spielte aber nicht mit, und so konnten wir nichts vom großartigen Panorama sehen (Sicht im Nebel oft nur 15m). Weiter ging es über den Passo Tonale und den Mendelpass zurück ins Hotel.
Der nächste Tag bescherte uns eine zum Teil neue Route. Wir fuhren über den Karrerpass, den Nigersattel nach Kastelruth, von dort über St. Ullrich nach Klausen und weiter ins Villnösstal, um die Überquerung ins Gadertal, das Würzjoch, zu bezwingen. Die Strecke war so richtig idyllisch. Großteils eine nur 2m breite Strasse an den Berghängen und eine Hütte mit super Essen ließen den Tag zu einem Erlebnis werden.
Am nächste Morgen regnete es. So beschlossen wir an den Lago di Garda zu fahren. Also rauf auf die Autostrada und nichts wie weg Richtung Süden. Wir hatten recht. Am Garda See schien die Sonne und es war angenehm warm. Der Weg führte uns entlang des östlichen Seeufers nach Brenzone. Von hier ging es über schier endlose Serpentinen auf der schlechtesten Asphaltstrasse auf fast 2000m, den Monte Baldo, hinauf. Als wir oben ankamen, trauten wir unseren Augen nicht, ein Verbotsschild verwehrte uns die Weiterfahrt. Dieses wurde aber kurzerhand ignoriert (keiner wollte freiwillig den Weg wieder retour fahren), doch schon 2 Kurven weiter war es wirklich aus: Eine Asphaltiermaschine versperrte uns den Weg und kein Mensch befand sich weit und breit. Die Arbeiter waren Mittagessen. Bei ihrer Rückkehr wurden sie von uns eindringlich gebeten, mit ihren Gerätschaften etwas zur Seite zu fahren, was natürlich eine kleine Diskussion auslöste. Letztendlich fuhren sie zur Seite, und wir konnten auf einer traumhaften Strasse den Monte Baldo umrunden.
Der letzte Tag war wieder ein besonderes Erlebnis. Ich hatte zwei Täler ausgewählt, die es zu befahren galt. Also zuerst in das Val Martello. Eine traumhafte Strecke führte uns auf 2088m und gab dann den Blick auf den Ortler bei Sonnenschein frei - traumhaft! Das zweite Tal war das Val d´Ultimo in der Nähe von Meran. Wieder eine Strasse nur aus Kurven bestehend und plötzlich hinter einer Kuppe befanden wir uns in einer anderen Welt. Hier war alles wie vor hundert Jahren. Die alten Bauernhäuser - einfach sagenhaft. Der Rückweg ins Hotel führte uns noch über den Passo Pallade und über den Passo di Mendola.
Wegen des schönen Wetters beschlossen wir einen Tag dranzuhängen und die Heimreise in zwei Tagen über Tirol zu fahren. Wir machten uns also auf den Weg über das Timmelsjoch ins Ötztal, das Kühtei nach Innsbruck, den Gerlospass nach Mittersill und über St. Johann nach Maria Alm. Den nächsten Tag ging es über den Hochkönig nach Bischofshofen, durch das Lammertal und Gosau nach Hallstatt, über den Koppenpass und Tauplitz nach Liezen und durch das Gesäuse nach St. Pölten.
PS: schön war´s
Peter