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REISEN
 

 

Schweiz vom 07. - 15.06.03

Teilnehmer: Lehrach Karl-Heinz (Tourgide), Kreuzeder Sepp, Leichtfried Markus,
Hack Reinhard

1.Tag:
Route: BP-Kilb-Scheibbs-Hieflau-Liezen-Haus i.E-Ramsau a.D.-Mandlingpass-Bischofshofen- Dienten-Saalfelden-Paß Grießen-St.Johann i.T.-Wörgl-Rattenberg-Achensee-Achenpaß-Scharnitzpaß-Seefeld i.T.-Telfs-Imst-Landeck-Pfunds

Nach 37 km bereits der erste Regen und mit Erde überschwemmte Strasse. Regengewand an und weiter. Kann ja eine heitere Anreise werden. Nach einigen Km hat der Wettergott jedoch mit uns Einsehen und es hört auf zu regnen. Bei einem Rundgang durch Rattenberg scheint wieder die Sonne und zwingt uns die Schweißperlen auf die Stirn. Ein Eis im Schatten macht die Situation jedoch einigermaßen erträglich. Unser Abstecher nach Deutschland sollte mit Gewitter und Hagel belohnt werden. Was kann man auch anderes von den Deutschen erwarten. Wieder zurück in Österreich besserte sich das Wetter zusehends und wir kamen trocken bis Landeck. Karl-Heinz ließ sich jedoch auch von den schwärzesten Regenwolken nicht aufhalten und so kam es wie es kommen musste. Bis nach Pfunds, unserem ersten Quartier waren wir dann doch einigermaßen durchnässt. Nach einer heißen Brause und im frischen Gewand sah die Welt wieder anders aus und wir ließen den Abend in einer Pizzeria ausklingen.

2.Tag
Route:Pfunds-Nauders-Reschenpaß-Spondinig-Stilfserjoch-Pso.di Foscagno-Pso.d'Eira-Livigno-Zernez-St.Moritz-Malojapaß-Chiavenna-Splügenpaß-San Bernardino Paß-Biasca.

Nachdem es am Vortag so geregnet hatte und die Wolken tief herunter hangen, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Unsere Zimmerwirtin beruhigte uns jedoch. Am Morgen war dann wirklich der Regen vorbei und wir fuhren bei Sonnenschein los. Bis auf ein paar nasse Stellen vom Vortag merkte man vom Regen nichts mehr und wir kamen problemlos voran. Die Auffahrt zum Stilfserjoch gestaltete sich wegen des regen Bikerverkehrs etwas schwierig. Als zusätzliches Hindernis stellten sich einige Kollegen mit augenscheinlich wenig Bergerfahrung heraus, die ein Überholen aufgrund ihrer Fahrweise zusätzlich erschwerten. Oben angekommen, mussten wir uns erst einen Platz zwischen den hunderten Bikes suchen. Das phantastische Panorama entschädigte uns jedoch im ausreichenden Ausmaß. Ein Problem stellte sich erst nach Livigno. Der Berninapaß wurde uns durch einen Schranken versperrt. Eine entgegenkommende Mountainbikerin erklärte uns auch den Grund: Strasse unpassierbar. Dieser Umstand bedeutete für uns einen Umweg durch einen gebührenpflichtigen Tunnel über Zernez de auch unseren Zeitplan etwas durcheinander brachte. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit bei unserer Ankunft in Biasca galt es nun so rasch als möglich eine Unterkunft zu suchen. Die erste Preisanfrage betrug 80.- SFr/Person, was uns doch ein wenig hoch vorkam. Am Bahnhofsplatz sollten wir dann für 40.- fündig werden. Wie sich jedoch am morgen herausstellte, waren hier nicht SFr sondern € gemeint, was wiederum ca. 60.-SFr bedeutete. Aber was soll's - Lehrgeld bezahlt. In Hinkunft erkundigten wir uns genauer.

3.Tag
Route: Biasca-Lukmanierpaß-Disentis/Muster-Oberalppaß-Andermatt-Sustenpaß-Innertkirchen-Grimselpaß-Furkapaß-St.Gotthard Paß- Nufenenpaß-Grimselpaß-Innertkirchen

Am Oberalppaß gesellte sich ein älter Schweizer zu uns und erzählte von verstärkten Kontrollen der "Töffs" auf den Pässe über Pfingsten. Er berichtete uns von einem Bekannten der 35 km/h zu schnell unterwegs war und 2.000.- SFr Gerichtsgebühren, sowie 3 Monatgehälter Strafe zahlen musste. Da in der Schweiz auf Freilandstrassen 80 km/h erlaubt sind, ist man relativ schnell auf 115. Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt selbst auch recht zügig unterwegs. Da wir jedoch noch keine Polizei gesehen hatten, nahmen wir die Warnung nicht wirklich ganz ernst. Da auf den St.Gotthard Paß die alte Strasse gesperrt ist, mußten wir die neue, autobahnähnliche benutzen, welche naturgemäß nicht allzu viel hergibt und insgesmt enttäuschend ist. Da wir in Innertkirchen bereits um ca. 16.00 Uhr ankamen, blieb nach Bezug des Hotelzimmers (40.-SFr/Dusche,WC am Gang) noch genügend Zeit. Wir fuhren noch auf die nahe Endstleinalp, einer wunderschönen Hochalm mit See. Nach einem kleinen Rundgang kehrten wir wieder ins Quartier zurück. Beim Abendessen sollte die Warnung des älteren Schweizers bestätigen. Ein Mitglied einer deutschen Bikergruppe, welche im selben Hotel wohnten, wurde mit 135km/h gestoppt. Nach Bezahlung von 1.620.- SFr durfte er die Fahrt fortsetzen. Nun war auch für uns eine gewisse Vorsicht angesagt.

4.Tag
Route: Innertkirchen-Schwarzwaldalp-Brienz-Interlaken-Grindelwald-Spiez-Adelboden-Jaunpaß-Bulle-Col des Mosses- Les Diablerets

Kurz nach der Abfahrt besuchten wir in ein Seitental, die Schwarzwaldalp. Hier befindet sich die Ortschaft Rosenlui, die kleinste Ortschaft der Schweiz, sowie die Rosenluischlucht. Der Aufstieg durch die Schlucht (Eintritt 1.- SFr) ist ein sehenswertes Naturschauspiel. Nächstes Ziel war Grindelwald, mit Blick auf Jungfrau, Mönch und Eiger. Am Fuß des mächtigen Eiger war dann eine Kaffeepause angesagt. Auf dem Weg zu unserem nächsten Seitental wurde auf Grund der Temperaturen ein Bad im Thunersee angesagt. Nach dieser Erfrischungspause war es in der Kluft gleich wieder viel leichter auszuhalten und wir machten uns auf den Weg nach Adelboden. Dort angekommen, war die einstimmige Meinung: "Der Weg hat sich nicht wirklich ausgezahlt". Umso schöner war dann die Strecke über Jaunpaß und Col des Moses. In Les Diablerets bezogen wir in einem sehr rustikalen Hotel aus Holz unsere Unterkünfte um 55.- SFr (Dusche, WC am Gang).

5.Tag
Route: Les Diablerets-Col d.i.Croix-Bex-Martigny-Col des Forclaz-Col des Montets-Chamonix-St.Gervais-Flumot N.Dame-Col des Saisies-Bourg St.Maurice-Kl.St.Bernhard-Aosta-Gr.St.Bernhard-Martigny

Heute stand die Umrundung des Mt. Blanc auf dem Programm. Wie aus der Route zu ersehen, führte uns dieser Tag auch nach Frankreich.
Es sollte ein Tag der Umwege werden. Ein in der Karte von Karl-Heinz eingezeichneter Weg von Martigny nach Chatelard sollte ich im Endeffekt als nicht befahrbar erweisen. Ein etwas größerer Umweg von Bourg St Maurice nach Moutiers stellte sich für unseren Zeitplan ebenfalls nicht als förderlich heraus. Um den herrschenden Temperaturen doch ein wenig gegenzuwirken, wagten sich Sepp und ich in einen See nahe Cormet de Roseland, der von frischem Gletscherwasser gespeist wurde. Dementsprechend war auch die Temperatur. Karl-Heinz und Markus verzichteten auf das Vergnügen und genossen in der Zwischenzeit einen Kaffee unterm Sonnenschirm. Nach einem doch etwas längeren Tag bezogen wir in Martigny unser Hotel um die obligatorischen 50.- SFr. Man stell sich jedoch vor: mit eigener Dusche und WC.

6.Tag
Route: Martigny-Sion-Crans Montana-Visp-Täsch-Brig-Simplonpaß-Domodossola-Camedo-Ascona

Einer der Schwerpunkte dieses Tages war der Besuch von Zermatt. Das Mattertal ist bis Täsch für den öffentlichen Verkehr befahrbar. Der letzte Teil bis Zermatt kann wahlweise per Taxi (12,50 SFr) oder per Bahn (16.- SFr) zurückgelegt werden. Wir entschieden uns für das Taxi, welches uns nach einem Rundgang durch Zermatt 1,5 Std. später wieder abholte. Das Matterhorn zeigte sich uns noch in voller Pracht. Erst bei der Abfahrt zogen Wolken auf und verdeckten den Gipfel. Am Simplonpaß war es bereits recht frisch und die Strassen waren noch von einem vorausgegangenen Regen nass. Bei der Abfahrt ins Tal machten sich jedoch bereits wieder die gewohnten Temperaturen bemerkbar. Nach der Quartiersuche in Ascona (52,20 SFr, Bad und WC wie üblich nicht im Zimmer) nützten wir die Nähe zum Largo Maggiore für ein Bad. Angenehm war die kurze Entfernung (ca. 5 Min.) sowie der freie Eintritt ins Strandbad. Am Abend besuchten wir noch die Strandpromenade, wo wir auch zu Abend aßen (Menue 35.- SFr). Zu vorgerückter Stunde wurde am Strand noch eine Flasche Rotwein gelehrt und Sepp konnte einem mitternächtlichen Bad nicht wiederstehen.


7.Tag
Route: Ascona-Valle Maggia-Fusio-Ascona

Da das Quartier noch für einen weiteren Tag zur Verfügung stand, beschlossen wir beim Frühstück, einen Ruhetag einzulegen. Wir besuchten nur ein Seitental,das Valle Maggia, und waren eigentlich überrascht, wie weit der Weg führte. Irgendwann war aber dann doch Schluss und wir konnten, da uns Schnee den Weg versperrte, nicht mehr weiter. Selbst Karl-Heinz war mit seiner GS machtlos. Sepp und Karl-Heinz marschierten zu Fuß weiter. Markus und ich genossen einstweilen die Sonne und amüssierten uns mit deutschen Urlaubern, die mit ihren Autos auf der schmalen Strasse beim Wenden ihre größten Probleme hatten. Nach der Rückkehr nach Ascona ging es schnellstens ins Bad zur Entspannung. Nach dem Abendessen im Arkadenhof unserer Unterkunft genossen wir noch unser letztes Bier (6,80 SFr) vor Antritt der Heimreise auf der Seepromenade.

8.Tag
Route: Ascona-Locarno-Menaggio-Debbio-Sondrio-Berninapaß-Pontresina-Zernez-Ofenpaß-Meran-Timmelsjoch-Aschbach

Wir beschließen am Morgen doch die längere Route über Lugano- und Comosee zu fahren. Außerdem ermöglicht uns diese Streckenführung die Befahrung des beim ersten Versuch gesperrten Berninapasses. Entlang Comosee relativ starker Verkehr. Autobusse versperren immer wieder die doch recht schmale Strasse. Bei der Auffahrt zum Timmelsjoch überrascht uns dann ein kurzer Regenschauer, der auf der Paßhöhe aber wieder vorbei ist. Nach Sölden verdunkelt sich der Himmel verdächtig und in Aschbach erreichen wir gerade noch ein Quartier (Ferienwohnung /20.-€) bevor ein Wolkenbruch losbricht. Am Wetter merkten wir gleich, daß wir wieder in Österreich waren. Auch unsere Motorräder finden in einer Garage ausreichend Platz. Unser Quartiergeber ist selbst Biker und war bereits zweimal in Hofstetten beim Harleytreffen. Da nach erfolgter Körperpflege der Regen noch immer nicht aufgehört hatte, ging es im Laufschritt mit geborgtem Schirm und Regenjacke zur nahen Pizzeria.


9.Tag
Route: Aschbach-Kühtei-Wattens-Zillertal-Gerlospaß-Zell/See-Bischofshofen-Paß Gschütt-Bad Ischl-Gmunden-Kremsmünster-Steyr-St.Peter/Au-Amstetten-A1-St.Pölten

Beim Aufwachen regnete es in Strömen. Kann ja eine lustige Heimreise werden. Aber was soll's. Es sollte anscheinend so enden wie es begonnen hatte. Das Wetter besserte sich zusehends und bei der Abfahrt kamen die ersten Sonnenstrahlen durch. Aufgrund dess Grossaufgebotes der Exekutive fühlten wir uns sofort wieder heimisch.. Soviel Polizei wie an diesem Tag haben wir die ganze vorangegangene Woche in der Schweiz, Italien und Frankreich zusammen nicht gesehen. Das Wetter blieb uns bis kurz vor Kremsmünster wohl gesonnen. Erst hier zwang uns ein Wolkenbruch ins Regengewand, das wir jedoch nach einigen Km wieder ausziehen konnten. In Amstetten beschlossen wir aufgrund der unsicheren Wetterlage den letzten Teil auf der A1 zurück zu legen. Nach einem Abschlussfoto und einem Getränk im BP wurde die allgemeine Heimreise angetreten.

Zusammenfassung: Auf Grund unseres Wetterglückes war diese Woche ein Erlebnis für sich. Die Bergwelt und das Panorama bildeten ein imposantes und beeindruckendes Bild. Die körperliche Beanspruchung war zufolge der gefahrenen Km ( ca. 3.600) sowie der täglichen Fahrzeit doch nicht zu unterschätzen. Insgesamt wurden 34 Pässe, kleinere Erhöhungen nicht mitgerechnet, bewältigt. Mit den Preisen konnten wir uns bis zum Schluss nicht anfreunden. Sie sind mit unseren, außer vielleicht mit Velden oder Kitzbühl nicht zu vergleichen.
Zum Schluss sei an dieser Stelle noch unserem Tourgide, der uns souverän durch die Schweiz, Italien und Frankreich, wieder nach Hause brachte, gedankt.