KORSIKA 2005

Jeder, mit dem ich sprach und der diese Insel bereits mit dem Motorrad bereist hatte, geriet automatisch ins Schwärmen. Wunderschöne Küsten mit klarem türkisfarbenen Wasser, interessante Städte, tolles Gebirge und Schluchten, und das wichtigste: tausende Kurven. Alle diese Aussagen ließen meine Erwartungen natürlich ins Unermessliche steigen.


Die Anreise:
Samstag, 10.09.05, BP Tankstelle, 07:00 Uhr. Zu meiner Überraschung waren alle (Andrea, Margit, Peter, Josef, Dietmar, Karlheinz, Markus) überpünktlich. Ein Problem gab es aber trotzdem. Markus vermisste sein Bankomatkarte. Es folgte hektisches Telefonieren mit anschließender Entwarnung. Sie lag zu Hause in seinem Aktenkoffer. Dem Aufbruch unter Führung von unserem Guide Peter stand somit nichts mehr im Wege. 6 Motorräder konnten sich Richtung Korsika auf den Weg machen. Auf der Autobahn war Innsbruck relativ rasch erreicht. Hier wurde dann auf die alte Brennerstraße abgebogen und in Matrai im Gasthaus
zur Post das wohlverdiente Mittagessen eingenommen. Hier lernten wir einen etwas eigenartigen Wirten kennen. Zum einen war er mit unserer Platzwahl in der leeren Gaststube nicht wirklich glücklich, zum anderen wurde die Bestellung sowie die Bezahlung nur in der vom ihm genau festgelegter Reihenfolge zugelassen. Über das Essen selbst gab es aber nichts auszusetzen. Gestärkt fuhren wir dann am Brenner wieder auf die Autobahn und erreichten um ca. 18:30 Uhr Savona. Am Parkplatz zur Fähre waren wir so ziemlich die Ersten und so verblieb uns noch genügend Zeit um Pezzi's Reiseproviantkoffer zu leeren. Nach dem Eintreffen unseres Schiffes fuhren wir an Bord, vertauten die Motorräder und bezogen unsere Kabinen, welche jedoch nur mit Hilfe eines Stewards gefunden wurden - die Bar fanden wir anschließend jedoch ohne fremde Hilfe und sehr rasch. Man muss eben Prioritäten setzen. Die Überfahrt war dann von heftigen Gewittern, Regen und Wind geprägt.


Der Aufenthalt:
In BASTIA wurden wir von einem verhangenen Himmel und leichtem Nieselregen empfangen. Allgemeiner Tenor -" na Super". Es dauerte aber nicht allzu lange und wir wurden von der Sonne auf Korsika begrüßt. Ein altes Sprichwort hat sich also wieder einmal bestätigt. Ihr wisst schon, wenn Engel reisen und so. Nachdem unser Quartier in SOLENZARO erst um ca. 17:00 Uhr bezogen werden konnte, blieb uns noch genügend Zeit für eine kleine Runde durch die Berge. Hier machten wir das erste Mal mit der typischen korsischen Gebirgsstraße Bekanntschaft. Schlagloch folgt auf Schlagloch und sollte zwischendurch einmal halbwegs normaler Asphalt sein, so ist mit ziemlicher Sicherheit in der nächsten Kurve mit Sand zu rechnen. Aber auch Ziegen, halbverwilderte Hausschweine und Kühe können einem jederzeit hinter der nächsten Kehre entgegenschauen. Auch von so mancher Spitzkehre wird man manchmal doch etwas überrascht. Als negativstes Beispiel möchte ich die sogenannte "D 1" erwähnen. Sie würde jedem Motocrossbewerb zur Ehre gereichen. Auch als Teststrecke für Belastungstests ist sie durchaus zu gebrauchen. Zur Ehrenrettung der korsischen Strassenbauer sei aber erwähnt, dass es auch Strassen gibt, die einen zu einer etwas flotteren Gangart animieren und so manchen Berg doch etwas rascher erreichen lassen.
Unser Quartier machte einen etwas abgewohnten Eindruck. Auch mit der letzten Endreinigung dürfte man es nicht so genau genommen haben. Der Swimmingpool mit Blick auf's Meer entschädigte dann doch für ein kaputtes WC und zusammengebrochenes Bett.
In den folgenden Tagen wurde vorwiegend der südöstliche Teil der Insel erkundet. Die weiteste Tor führte uns zum Mte. CINTO, wo sogar Schilifte sind, sowie über fünf Berge und betrug schlussendlich 380 km. Aber auch Städte wie PORTO VECCHIO, CORTE und vor allem BONFACIO standen auf unserem Besichtigungsprogramm. Für BONIFACIO mit seinen auf überhängenden Felsen gebauten Häusern und der Altstadt sollte man sich doch einige Zeit nehmen. Auch eine Rundreise mit einem der Ausflugsboote und Besichtigung der Grotten und Buchten kann nur empfohlen werden,
Am Samstag der ersten Woche ergab sich noch ein weiterer erfreuliches Anlassfall. Unser Tourleader Pezi hatte Geburtstag und der musste natürlich auch gebührlich gefeiert werden. Am Sonntag hieß es dann das erste Mal Kofferpacken. Wir übersiedelten an die Westküste in die Nähe von PROPRIANO. Unser zweites Quartier war punkto Zustand und Reinlichkeit mindestens eine Klasse höher zu stellen. Aber auch hier. Kein Vorteil ohne Nachteil. Die zwei Bungalows waren ca. 70 m Luftlinie ohne direkte Verbindung von einander getrennt. Da Frühstück und Abendessen immer ein gemeinsames Ereignis darstellten, war dieser Umstand natürlich nicht optimal. In diesem Zusammenhang sei auf die ausgezeichnete Bekochung
durch die "Chefköche" Margit und Peter sowie die übrigen Hilfskräfte hingewiesen. Auf diese Weise wurde unsere Urlaubskasse doch erheblich geschont. Eine tägliche
Vollverpflegung im Restaurant hätte doch ein gewaltiges Loch in unser Budget gerissen. Denn eines kann man durchaus sagen: es gibt billige und auch günstige Urlaubsländer, aber es gibt auch Korsika. Problematisch wurde es aber nur, als das Gas während dem Kochen ausging. Nun hieß es also Topf und Pfanne schnappen und quer durch's Gebüsch zum zweiten Bungalow und Fertigkochen. Diese Aktion führte auch bei unseren Nachbarn zu einer gewissen Heiterkeit. Der fehlende Pool wurde hier durch einen direkten Zugang zum Meer ersetzt.
Der Höhepunkt der 2. Woche war sicherlich die Fahrt in die Calanche zu den "Roten Bergen".


Die Rückreise:
Aus beruflichen, privaten oder sonstigen terminlichen Gründen wurde die Rückreise von Margit, Karlheinz, Didi, Sepp und Markus bereits am Mittwoch angetreten. Wir Übriggebliebenen nutzten diesen Tag für einen Badeaufenthalt am Strand sowie eine Besichtigung von PROPRIANO. Am Donnerstag hieß es auch für uns Abschied nehmen. Die 208 km bis BASTIA sollten bis ca. 12:30 Uhr bewältigt werden, was aber nicht wirklich ein Problem darstellte. Die vierstündige Überfahrt nach LIVORNO wurde von der Masse zur Erholung genutzt. Die hereinbrechende Nacht wurde in MODENA verbracht. Nach einem ausgezeichneten Frühstück wurden dann die restlichen 800 km Richtung Heimat absolviert. Am Freitag um ca. 18:00 Uhr waren auch wir wieder in ST. PÖLTEN.