| |
ISTRIEN
2003
Silber lassen die ersten Sonnenstrahlen, die Adria im Morgendunst
glänzen. Die Müdigkeit der langen Nachtfahrt ist
wie weggeblasen. Freundlich winkend erwartet uns bereits unsere
Pensionswirtin.
Schnell werden die Mopeds abgeladen, die Zimmer bezogen und
ab geht_s für ein paar Stunden ins Bett.
Gegen 11 Uhr macht sich erste Betriebsamkeit bemerkbar. Kettenspannung
wird geprüft, letzte Schrauben kontrolliert und Vorfreude
macht sich breit.
Um 12.30 Uhr geht es dann endlich los. Nach den Tanken schrauben
wir uns eine kleine Bergstraße vom Meer bis auf 800m
Höhe hoch. Beim winterlichen Studium der Karte hat es
mir ein kleiner Wanderweg angetan und den wollen wir suchen.
?He Bursch`n do hät ma wohl besser Trailmopeds mitgenommen,
de`s is für de Enduros goar a wenig heavy._
Wir hatten uns eigentlich vorgenommen den Urlaub gemütlich
zu beginnen. Also umdrehen - wir befragen einen Einheimischen
nach einer anderen Alternative, und er hilft uns auch bereitwillig
weiter.
Die Forststraße die er uns zeigt sieht recht nett aus,
und so folgen wir ihren Lauf bis wir plötzlich wieder
einen Wanderweg abzweigen sehen.
Ein Blick aufs GPS verrät - er führt in Richtung
einer anderen Forststraße die wir schon mehrmals befahren
haben.
?Bursch`n nix wie aufì_ Nach ein paar hundert Meter
stehen wir auf einer kleinen Lichtung von der es nicht mehr
weiter geht.
Also wieder ein Stück retour und eine andere Abzweigung
versucht. Die Richtung stimmt wieder, voller Motivation wird
am Kabel gedreht, kleine Steinstufen überwunden, über
Wurzelwerk und feuchtes Laub geht es stetig den Berg rauf.
Langsam aber sicher wird es steiler die Felsen schroffer,
höher und immer mehr von Moos überzogen.
?Sch..... des Glumpat rutscht wi`a Schmiersaff_ Die ersten
dezenten Abgänge folgen, aber es kommt noch dicker._
Nix mit gmirdlich, Hardenduro is ongsagt_. Bunte Plastikteile
verzieren bald das zarte Grün der Natur, begleitet von
lauten Flüchen die dass Singen der Vögel verstummen
lassen. Unser Präsi - der Pezibär _ glaubt, er muß
seinen Kuplungsdeckel an einen Felsen kalt verformen. ?Joa,
Joa de kurzen Haxen_.
Aus der anfänglich gemütlichen Ausfahrt ist mittlerweile
eine Kollektive Schleppaktion geworden und so ziehen, schieben
und tragen 5 Mann hoch 5 Mopeds über alle unüberfahrbaren
Hindernisse, die die Natur zu bieten hat.
800 Meter Wegstrecke ca. 1,5 Stunden!
?Bursch`n so was fördert den Zusammenhalt und die Kameradschaft_.
PS: Herzlichen Dank an Helmi der sich als großer Motivator
entpuppte.
Abendessen (feudal, mächtiger Durst, Helmi`s Geburtstag,
einige Flaschen roter Rebensaft) und gute Nacht.
Beim
Frühstück ist die Anstrengung vom Vortag noch allen
ins Gesicht geschrieben. Erst müssen die Mopeds auf Vordermann
gebracht werden. Eine halbe Stange Kaltmetall später
läuft auch den ?Pezibären_ seine Husky wieder ölverlustfrei.
Auf zu neuen Taten. Nachdem unsere Tankstelle aufgrund des
Feiertages geschlossen hat, müssen wir unsere Tourenplanung
etwas ändern.
Durch unberührte Landschaften bewegen wir uns auf grob
geschotterten Forststraßen ins Gebirge.
Es ist wieder Zeit für einen dieser Wanderwege die wir
so sehr zu schätzen gelernt haben. Steil Bergab, feuchtes
Laub, Wurzeln, Steinstufen, Felsen, umgestürzte Bäume
- Enduro pur. Nach einer kurzen Pause geht es auf einem Waldweg
den Berg hinauf. Es folgt eine frühere Wertungsetappe
der_ Istra-Scramble_ und danach der Abstieg ins Tal, wo wieder
einige Kilometer Wanderwege warten erforscht zu werden.
Zeit für eine Kaffeepause in einen kleinen Dorfwirtshaus.
Nach eingehenden Studium der Karte geht_s weiter durch ein
unberührtes Flusstal das wir schon von vorangegangen
Touren kennen. Der Regen der Tage zuvor trug einiges zur Selektivität
des Untergrundes bei.
Eine kurze Supermoto-Etappe bringt etwas Abwechslung ins Erdferkelgeschäft.
Über Schotterstrassen, Wald, Wiese, und Flusstäler
geht es schließlich zum Quartier zurück. Wieder
ein gelungener Tag der mit vorzüglichen Dinner seinen
Ausklang findet.
Die
längste Tour steht für heute auf dem Programm. Zeitig
frühstücken, tanken, über die Asphaltstraße
den Berg hoch und ab ins Gelände. Einige Kilometer auf
Schotter den Berg runter, um wieder in das kleine Flusstal
einzubiegen das wir schon am Vortag zu einem Teil befahren
hatten.
In nördlicher Richtung gab es noch einiges zu entdecken.
Einen steilen, steinigen Weg fahren wir in die Schlucht hinunter.
Vor einigen Jahren suchte ich bereits einmal den Einstieg
zu den Wanderweg der den Fluss entlang führt.
Das Glück war uns diesmal hold, ein Waldarbeiter war
gerade damit beschäftigt die Staude umzuschneiden, die
den Einstieg zum Weg verwuchert hatte.
Toller Pfad, über Stock und Stein arbeiten wir uns Meter
für Meter voran, der Schweiß fließt wieder
einmal in Bächen, Abkühlung bringen nur die zahlreichen
Furthen die zu durchqueren sind. Nachdem wir wieder Asphalt
erreicht haben, tanken wir bevor es weiter geht.
Der nächste geplante Einstieg ins Geländer entpuppt
sich leider als Sackgasse, und so setzen wir auf kleinen Nebenstraßen
unsere Runde fort.
Am kleinen Stausee angelangt finden wir jedoch schnell wieder
einen Weg der sehr nett aussieht, und uns tatsächlich
nahe am Ufer um den halben See bringt.
Über einen Damm führt der Weg durch den Wald wieder
in die Berge, und wir folgen seinen Verlauf bis wir in ein
Dorf kommen.
Von der Kreuzung im Dorf gibt es zwei Möglichkeiten.
Ein winziges Asphaltsträßchen und einen Wanderweg
für den wir uns entscheiden. Nach einigen Kilometern
ist dieser aber leider so zugewachsen, daß ein Weiterkommen
unmöglich wird.
Nach einigen Kilometern Nebenstraßen erreichen wir dann
eine Brücke die über eine Schlucht führt und
ich bin sehr froh das der Weg unfahrbar war, den spätestens
hier an dieser Schlucht währe ein Vorwärtskommen
nur noch mit Seil und Pickel möglich gewesen.
Die Bundesstraße ist erreicht, dichter Verkehr und stinkende
Autobusse machen das Fahren nicht gerade zum Vergnügen.
Alle sind froh, endlich den nächsten Einstieg ins Gelände
erreicht zu haben.
Bergauf - Bergab folgen wir wieder den Verlauf des Weges bis
dieser plötzlich an einem Bauernhof endet.
Rechts neben dem Gehöft beginnt jedoch ein kleiner Wanderweg
dessen Verlauf wir nun folgen, da er scheinbar ins Tal führt.
Der Helmi ist der Erste und der Rest folgt ihm. Als sich plötzlich
der Wald etwas lichtet und der Pezibär und der Hansi
den Abgrund sehen an den wir die ganze Zeit entlanggefahren
sind, verweigern sie die Weiterfahrt.
Der Helmi probiert's mit seinen Motivationskünsten, ist
aber erfolglos.
Nach viel Schweiß und einigen Flüchen haben wir
endlich die Mopeds auf den Handtuchbreiten Weg gewendet und
fahren wieder zur Bundesstraße. Über Feldwege nähern
wir uns langsam den Ucka-Massiv. Neue Wege sind gefragt, also
Suchen. Da ist er ! Mehrere hundert Meter arbeiten wir uns
über losen Schotter und Geröll den Berg hoch (das
verdächtige Grinsen des Schafhirten hätte uns eigentlich
Warnung genug sein sollen) bis wir zu einer Stelle mit blanken
scharfkantigen Fels kommen. Der Helmi hat es gerade so geschafft
der Fredi liegt im zweiten drittel auf der Nase und hat den
Krümmer seiner Nagelneuen WR 450 zerstört, der Pezibär
hängt fluchend im ersten drittel, und der Hansi und ich
lasen es gleich bleiben.
Aber der Helmi währe nicht der Helmi würde er es
nicht schaffen den Fredi doch zur Weiterfahrt zu animieren.
?Herst Oida des pak ma leicht, de WR zah ma scho auffa und
daun geht_s scho irgend wia weida.)
Der Pezibär, der Hansi und ich beschließen dieses
Abenteuer abzubrechen und auf normalen Wegen ins Quartier
zu fahren.
Es ist 7 Uhr abends und der Helmi und der Fredi sind immer
noch nicht zurück. Langsam macht sich Sorge breit. Es
wird halb 8 Uhr - noch immer nichts; 8 Uhr _ endlich, die
Helden sind zurück. Ein paarhundert Meter nach der Schlüsselstelle
hatte der Weg endgültig geendet und war verwachsen mit
dichten Gestrüpp. Nach einer Stunde Suche, kapitulieren
die Jungs und mühen sich wieder ins Tal.
Pünktlich zum Abendessen sind aber alle wieder fit.
Der
Tag des Abschieds ist gekommen. Aufgrund der warmen Witterung
entschließen sich der Hansi, der Helmi und der Fredi
mit dem Moped die Heimfahrt anzutreten. (Burschn mit´n
Eintopf is des, des letzte große Oabenteuer! Hansi Originalton)
Der Pezibär und ich verabschieden uns von den Jungs,
wir Fahren noch nach Labin zur Offroadchallenge. Wir haben
Glück und schaffen es gerade noch vor Beginn der Veranstaltung
über ein Stück der Wettbewerbsstrecke zu einen Kontrollpunkt
zu kommen. Ungläubig bewundern wir mit welchen Tempo
hier im Wettbewerb geglüht wird. Anschließend besuchen
wir noch das Fahrerlager und genießen bei einem kühlen
Bier die Racingatmosphäre. Nach einem Kurzbesuch am höchsten
Punkt Istriens verladen wir im Quartier unsere Mopeds und
treten auch die Heimfahrt an.
Ich sitze noch keine Stunde im Auto als mein Handy läutet:
?Hallo Bruder i glaub des geht sie heute nimmer aus mit´n
Hoamfahren, es is scho´n Fünfe und mir san groad
über de Österreichische Grenz gfoahrn, kentats uns
ned irgendwo aufglaubn und mit´n Auto mitnehma_.
In Leibnitz haben wir dann unsere Helden frierend und mit
wunden Popo an Bord genommen.
PS.:
Es wahr wunderschön, dass Wetter hat mitgespielt die
Motivation und die Kameradschaft vorbildlich. Kroatien ist
für mich eines der schönsten Länder um unserm
Hobby nachzugehen, darum hoffe ich das durch Rücksicht
auf die Bevölkerung und die Natur dieses noch lange so
bleibt !!!!
KToM
|
|
 |