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HSV
- HERBSTENDURO FRIAUL oder doch nicht ?????
SONNTAG:
2.30 Uhr Wir verladen in Wilhelmsburg Franzis KTM in den Transporter
und starten Richtung FRIAUL. Trotz der miesen Wettervorhersage
sind wir guter Dinge, denn im Murtal lacht die Sonne. Als
wir uns dem GAILTAL nähern, werden wir jedoch des Besseren
belehrt, die Temperatur sinkt auf 7 Grad und dichte Regenwolken
ziehen auf. Die Berge hüllen sich in Nebel und über
1200 Meter schneit es. Kurzfristig beschließen wir,
unseren Endurotrip an die ADRIA zu verlegen.
Gegen 15 Uhr erreichen wir MOSCENICKA DRAGA, wo die Sonne
vom Himmel lacht und das Thermometer 20 Grad zeigt und die
Stimmung merklich steigt.
MONTAG:
8.00 Uhr voller Tatendrang raus aus den Federn, Rollbalken
auf und der große "Dämpfer": Es schüttet
wie aus Kübeln bei 8 Grad. Nach 3 Stunden Kaffeehaus
und einigen Kosenamen für das Wetter, die ich nicht näher
erläutern möchte, geht der Regen in leichtes Nieseln
über und wir beschließen zum 1. Trip aufzubrechen.
Ein paar Kilometer Asphalt bis MOSCENICKA und dann über
groben Schotter auf den BRGUD, weiter über eine Hochebene
auf den MALA UCKA und die asphaltierte Pass-Straße des
UCKA zur Küste ins Quartier.
Die Rotweinrechnung abends entspricht dem Wetter.
DIENSTAG:
Sonne - "Jubel" - Frühstück, Tanken und
los. Bei VEPRENICA steigen wir in den Wald ein, 12 Kilometer
Schotter vom Feinsten, null Verkehr, Wassernasen und immer
leicht bergauf - ein Genuss. Eine kurze Asphaltetappe und
danach der nächste Einstieg in einen Wanderweg auf den
ORLJAK, auf dem wir so richtig ins Schwitzen kommen.
Wieder im Tal angelangt, entziffern wir am Dorfbrunnen eine
alte Wandermarkierung, die den Weg nach BUZET weist. Kurze
Beratschlagung. "No des Probiern ma" links am Misthaufen
vorbei, rechts die Schafweide - und der anfängliche Feldweg
hat plötzlich Handtuchformat. Ständig bergauf, über
lose Steine, diverse Steinstufen und durch Dornen arbeiten
wir uns auf den Gipfel vor. Oben angekommen wird unser Standpunkt
mittels Kompasskreuzpeilung und GPS überprüft, ein
Wegpunkt gesetzt, und ab geht's durch dichten Laubwald ins
Tal.
Über eine kleine Nebenstraße erreichen wir KOTLI,
wo eine alte aus Karststein gebaute Mühle am Fuße
einer wunderschönen Schlucht steht. Nach einer Pause
in der örtlichen Gastwirtschaft, beschließen wir
den nächsten Wanderweg zu probieren. Dieses Abenteuer
endet aber an einer Furth, die aufgrund der Regenfälle
eine Wassertiefe erreicht hat, die eine Durchquerung unmöglich
macht. Also wieder retour, nach HUM und über kleine Asphalt-
und Schotterstraßen erreichen wir schließlich
die Rückseite des BRGUD. Diese Auffahrt ist uns beiden
aus dem Vorjahr noch in bester Erinnerung. Steil windet sich
diese Caterpiller-Straße in unzähligen engen Kehren,
gespickt mit ballgroßen Steinen und karstigen Felsbrocken
von 80 auf gut 1000 Höhenmeter. Oben angekommen stimmen
wir erstmals Lobgesänge auf die Spurtreue und Leistungscharakteristik
unserer LC 4 an. Die Abfahrt nach MOSCENICKA ist danach nur
Formsache.
MITTWOCH:
Erholung ist angesagt. Wir folgen der Küstenstraße
bis LABIN. Von LABIN aus fahren wir eine Miniaturstraße
bis zum Südzipfel und danach über eine kleine Bergstraße
auf den höchsten Punkt der Halbinsel wo wir von einem
mächtigen Gewitter überrascht werden. Blitze zucken
ringsherum und in strömendem Regen erreichen wir kurz
vor LABIN ein kleines Kaffeehaus. Der Regen hört auf,
einhelliger Tenor: 100 Kilometer und fast kein Schotter -
"so gehts ned". Also Karte raus - ah - ein kleiner
Flusslauf vom Meer ins Landesinnere "schaut guat aus,
des probier ma". Der Einstieg ist bald gefunden und über
eine Schotterstraße geht es entlang von Pferdekoppeln
und Schafweiden den Fluss entlang. Nach einigen Kilometern
kommen wir zu einer kleinen Brücke, über die wir
ans andere Ufer wechseln. Durch Auwälder, Wiesen und
Schlammlöcher glühen wir rund 15 Kilometer immer
am Fluss entlang bis wir wieder eine Nebenstraße erreichen.
Kurze Standortüberprüfung, Wegpunkt gesetzt, und
ab Richtung MOSCENICKA. Jedoch mit einer kleinen Überraschung.
Durch die Neutrassierung der Bundesstraße wurde die
kleine Straße, auf der wir fahren einfach stillgelegt,
ohne sie jedoch zu sperren. "Schen zum foahrn, ka Verkehr"
bis wir zu einem Bahnübergang kommen. Zwischen Asphalt
und Geleisen sind die Holzschwellen entfernt und es klafft
ein Loch. Außerdem sind die Schienen auf KTM Radstand
normiert. Zum Glück sieht auch die Bahnlinie ziemlich
aufgelassen aus und so zerren wir die KATIS über den
Gleiskörper, um nach zirka 1 Kilometer an der Leitschiene
der neuen Bundesstraße anzustehen. "Sch....."
- ab ins Gemüse, Loch suchen und nach Hause.
DONNERSTAG:
Eine Besichtigung der Bergwelt hinter RIJEKA steht an. Nach
mühsamer Anfahrt durch Industriedörfer und entsprechendem
Verkehr erreichen wir endlich den Einstieg in eine Schotterstraße,
die entlang der slowenischen Grenze in die Berge führt.
In rallyemäßigen Tempo schrauben wir den Berg hoch
- "afoch geil" - bis einige schwer beladene Holzlaster
sich im Schneckentempo talwärts wälzen. In gemäßigtem
Tempo erreichen wir dann eine Hochebene, auf der wir zirka
16 Kilometer zwischen aufgelassenen Bergwerken und alten Festungsanlagen
schließlich eine Berghütte erreichen. Vor der Tür
einige Geländeautos und grün gewandete Waidmänner.
"Ups - schena Schaß, Küss de Hand Herr Jägermeister,
heute schon gemordet?"
Nach skeptischen Blicken beiderseits grüßen wir
freundlich und fragen nach der Straße ins Tal, da es
an diesen Punkt mehrere Möglichkeiten gibt, die allesamt
nicht in der Karte verzeichnet sind. Unser Gruß wird
ebenso freundlich erwidert. Zu unserer Überraschung bittet
man uns zum Kaffee ins Jagdhaus. Der 87-jährige Förster
und Besitzer des Jagdhauses zeichnet uns mit dem Bleistift
den Verlauf der Forststraße in die Landkarte ein - mit
einer Genauigkeit, die die Kursaufzeichnung des GPS fast exakt
deckt.
Nach mehreren Fotos, großem Händeschütteln
und dem Versprechen mal wieder vorbeizukommen, verlassen wir
den Wald talwärts. Einige Kilometer folgen wir der Autostraße
Richtung ZAGREB, um erneut in ein kleines Seitental abzubiegen.
Vorbei an wild kläffenden Dorfkötern schrauben wir
die inzwischen geschotterte Straße hoch in einen schier
undurchdringlichen Mischwald.
Kurze Pause: Kursaufzeichnung des GPS mit der Karte überprüfen:
deckungsgleich "super - weiter geht´s". Der
Wald wird immer dichter und mystischer. Kein Mensch ist uns
seit längerem begegnet, Gedanken an Bären und Wölfe
schießen uns durch den Kopf und plötzlich - "Sch...
die Straße is verschütt". Unsere Hoffnung,
die KATIS über die Steinmure zu tragen oder sie zu umfahren,
platzt wie eine Seifenblase. Kurze Diskussion, Straße
retour "do wor a Straßl links aussi". Kreuzung
erreicht, GPS auf CIRKVENICA programmiert, Navigationsdisplay
aufgerufen und los geht's. Permanent wird der Kurszeiger überprüft,
die Richtung stimmt. Die Kursabweichung ist minimal also weiter.
Als es bereits nach gut 10 Kilometern leicht bergab geht,
sind wir ziemlich sicher an der Küste herauszukommen
"Sch... net scho wieder". Urplötzlich endet
auch diese Forststraße mitten im Wald. Wieder: Kehrt
Marsch, alles retour bis ins Tal.
An einem kleinen Stausee nehmen wir Kaffee und Gerstensaft
zu uns und kommen einhellig zu der Entscheidung, aufgrund
der fortgeschrittenen Stunde über Nebenstraßen
Richtung RIJEKA zu fahren. Als Krönung des Tages, schaffen
wir es noch mitten ins Stadtzentrum zu kommen und das zur
Rushhour. Den Rest zu schildern ist wohl müßig.
Trotz allem war dieser Tag - vom Enduro-Erlebnis her - der
Tollste.
FREITAG:
Der letzte Mopedtag " heut mach ma an auf gmiadlich ".
Nach gründlicher Besichtigung der Bergdörfer, hinter
LOVRAN glühen wir den UCKAPASS hoch und das bei trockener
Straße -" Ups des war a Spaß ". Auf
halber Strecke biegen wir auf eine 21 Kilometer lange Schotterstraße
nach RACNJA VAS ab. Das anfänglich forcierte Tempo wird
rasch durch entgegenkommende Holzlaster gebremst. " Oida
heut muaß i mi a nimma auslöschn ". Von RACNJA
VAS aus folgen wir einer Nebenstraße bis in ein kleines
Bergdorf, um von dort aus wieder einer Schotterstraße
Richtung UCKA zu folgen. Aber es kam wieder einmal anders.
"He schau, Stoppel - Spuren. De san aber net von uns.
Was tuan ma? No schau ma von wo´s herkumman!".
Also links den Feldweg rein und immer den Spuren nach. An
einer Megalache wird der Weg wieder handtuchbreit und windet
sich über loses Gestein bergauf, um anschließend
gut 2 Kilometer lang ziemlich kernig bergab zu führen
und in einem kleinen Dorf neben Misthaufen und Stall wieder
auf Asphalt zu treffen. Einhellige Meinung "2-Takt -
Gelände pur".
Einige Kilometer Asphalt und wir erreichen die Auffahrt zum
UCKA an der Nordseite. Just in diesem Moment öffnet der
Himmel seine Schleusen und aus der Supermoto - Partie wird
eine Rutsch - Partie. Am kleinen Kaffee auf halben Weg zum
Pass treffen wir dann die Verursacher der anderen Reifenspuren.
Eine Abordnung des ENDUROCLUBS - RACHAU, alle mit Hardcore
- Gerätschaft. Nach kurzem Fachsimpeln verlassen wir
die Gaststätte Richtung MALA UCKA, um ein letztes Mal
auf Schotter nach MOSCENICKA zu fahren.
Abends beim Essen in einen vorzüglichen Fischrestaurant
ziehen wir Resümee und kommen zu dem Entschluss: "Mir
kumman wieder und nächstes Mal nehma 2 - Takter a mit"
KROATIEN VON ZART BIS HART - EINFACH GEIL !!!!!
FRANZ
+ TOM
PS:
Bewährt haben sich
Die KATIS, GPS, ALUMOTORSCHUTZ, grobe ENDUROREIFEN ( Pirelli
MT 21 etc. Fredi OBERLEITNER weiß Rat). TANKREICHWEITEN
um die 200 Kilometer, etwas KONDITION, und gute LAUNE. KARTE:
ISTRA 1:100 000 von FREYTAG + BERNDT
Abzuraten
ist:
Von 2-ZYL ENDUROS bei unzureichender Erfahrung auf losen Untergrund,
permanenten NÖRGLERN und BESSERWISSERN, Stadtdurchfahrten
von RIJEKA, Verlassen der Wege am UCKA und im TRIGLAVGEBIET
(beides NATIONALPARKS, die auch von der POLIZEI kontrolliert
werden).
Geführte
Touren mit einheimischem GUIDE von ENDUROWANDERN bis HARDCORE
für Gruppen ab 5 Personen werden veranstaltet von:
MOTO
CLUB RACHAU
Kontakt: JÖRG MICHL
tel.03577 / 25070
e-mail: jmichl@netway.at
oder
in SELCE
www.kroatien-aktiv.com
mit Unterkunft und Programm für Nichtfahrer oder Familie
ebenso für Straßenfahrer
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