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5.00
Uhr morgens, draussen ist es finster und kalt. Das Auto ist
gepackt und wir (walter, Karl-heinz und ich) fahren wieder
einmal zum Flughafen um nach Fuerteventura durchzustarten.
Der Rest der Truppe (Harry und Thomas) empfangen uns in der
Abflughalle. Nach dem Einchecken sind ein paar Bierchen Pflicht
um die "Flugangst" zu besiegen.
Nächste Station Röngtencheck, Walter hat ein Taschenmesser
vergessen und die Uniformierten streiten sich ob es gefährlich
ist oder nicht. Fast hätte das Flugzeug noch mit Verspätung
abgehoben. In Fuerte angekommen müssen wir wieder auf
Walter warten weil sein Messer beim Piloten mitgeflogen ist.
Schon auf dem Weg zu unserem Quartier in Costa Calma, im Süden
der Insel fällt uns auf, dass wir keine Fernsicht haben.
Schuld ist der Sand aus Afrika, genauer gesagt aus der Sahara
der den Himmel gelb färbt. Am nächsten Tag werden
wir vom Mal Fun Team abgeholt um unsere Bikes auszufassen.
Den Rückweg legen wir großteils auf Asphalt zurück
um uns an die Maschinen zu gewöhnen. Bis auf mich hat
keiner Erfahrung mit einer Gländemaschine.
Doch schon am nächsten Tag geht es los, wir erkunden
die Südspitze der Insel und da gibt es nur mehr Schotterwege
und Gelände. Die ersten Stürtze bleiben nicht aus
denn das "Gelände" besteht aus Sand und Lavageröll.
Meine Vorahnung hat mich nicht getäuscht, ich habe diese
Woche noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Das größte
Problem bereitet allen das Fahren auf weichem Sand. Keiner
traut sich die notwendige Geschwindigkeit zu fahren und so
sind Stürtze und Festfahren an der Tagesordnung. Harry
schafft es sogar dass sich das Hinterrad nicht mehr dreht.
Bei näherer Untersuchung stelle ich fest, dass sich um
Bremse und Zahnkranz meterweise Stacheldraht gewickelt hat.
Die Befreiung mit dem Leathermen war ziemlich schweisstreibend
und kostet ihm einige Bierchen nachher.
Die nächsten Tage fahren wir von früh bis spät
durch das Gelände. Das kostet Schweiß und Kondition.
Bei Harry ist es ganz arg, er muß einen Tag aussetzen
weil er so fertig ist "Ich kann mir nicht einmal mehr
eine Zigarette anzünden weil ich so fertig bin."
So versuchen wir am nächsten Tag neues Terrain zu finden.
Es ist gar nicht so leicht in unwegsamen Gelände einen
Weg zu finden. Immer wieder landen wir in einer Sackgasse.
Aber, der Weg ist das Ziel. Meine Mitstreiter sind dabei so
Endurogeil dass sie einen ziemlich wilden Steilhang fahren
wollen. "Des pack ma scho". Ich rede ihnen aber
ihr Vorhaben aus, denn ich bin dann bestimmt der Leittragende
der sie wieder zusammenklaubt.
Am nächsten Tag wollen wir die Dünen besuchen. Da
wir aber von der falschen Seite kommen müssen wir ein
Tal durchqueren das voll tiefen Sand und von den letzten Regenfällen
im Winter arg zugerichtet ist. Steistufen und Spalten machen
für meine Schützlinge eine normale Durchquerung
des ca. 80m tiefen Tales unmöglich. Runter geht es immer,
doch dann stelle ich fest "zurück geht's nimmer".
So fahren wir das Bachbett bergauf und suchen einen Ausstieg.
Wir finden einen und ich instruiere alle wie sie fahren sollen.
Also 2ter Gang und voll Stoff bis Oben. Der Ausblick auf die
Dünen ist herrlich und der Schweiss rinnt in Strömen.
Tags darauf hat Thomas am Vorderrad einem Platten und kann
nicht mehr weiterfahren. Wir tauschen die Maschinen und fahren
die 10km quer durchs Gelände zurück ins Quartier.
Hier spielt wieder der Leathermen die Hauptrolle. In Ermangelung
an Werkzeug muß ich mit zei dieser sehr praktischen
Dinger das Vorderrad wechseln und einen neuen Schlauch montieren.
Kurz darauf sind wir wieder unterwegs.
Doch wie Alles geht auch dieser Urlaub zu Ende. Am letzten
Tag fahren wir wieder nach Norden um unsere Bikes zurückzugeben.
Von meinen früheren Aufenthalten hier kenne ich das Gelände
so gut dass wir einen großteil der Strecke auf unbefestigten
Wegen zurücklegen können.
Zum Schluß möchte ich noch anmerken: Alle, wirklich
Alle haben ihr Können im Gelände um ein Vielfaches
verbessert.
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