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FUERTEVENTURA
2002 - von Peter
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Samstag, 16.2.2002, 10:00 Uhr: Das Telefon läutet: Hallo
wer da? - Ich bin's, der Franz. Iich bin schon da! -Warte, ich
komme runter! In den nächsten 10 Min. treffen auch noch
Sepp und Karl bei mir ein und schon geht's los zum Flughafen.
Nach 4 1/2 Std. ruhigem Flug und genug Bier in den Kehlen kommen
wir in Fuerte an. Das Wetter: leicht bewölkt bei 18°
Celsius. Wir sind froh, dass es nicht zu warm ist, denn wir
wollen ja mit unseren gemieteten Enduros die Insel unsicher
machen. Der Transfer zum Hotel mit einem der sogenannten Taxis
ließ uns den Schweiß aus allen Poren schießen.
Der Fahrer wollte anscheinend einen neuen Streckenrekord aufstellen
und fuhr, als ob er allein auf der Strasse wäre.
Am nächsten Tag kam Karl auf die Idee, für einen Tag
einen Jeep zu mieten. Gesagt -getan. Es wurde ein Jeep Wrangler.
Nun hielt uns nichts mehr - auf ins Gelände! Wir schafften
es fast, dieses Allradgefährt am Strand zu versenken. Ja,
ja, Lehrgeld muss bezahlt werden. Als nächstes kamen die
Berge dran, die zwar nicht sehr hoch sind, aber ihre Tücken
haben, weil es ja kaum Strassen gibt. So fährt man schnurgerade
den Berg hinauf und wieder runter - ein Jeep schafft schließlich
fast alles.
Nach diesem 4-rädrigen Ausflug fassten wir unsere vorbestellten
Maschinen aus. 4 KTM LC4 in geländemäßig gebrauchtem
Zustand - von vorne bis hinten zerschunden. Karl und Sepp, die
vom Endurofahren keine Ahnung hatten, saßen zum ersten
Mal auf so einem Bock und dementsprechend langsam ging es die
ersten Kilometer einen Schotterweg entlang. Da muss noch viel
geübt werden, dachte ich mir, sonst wird die Woche kein
Spaß.
Man soll's nicht glauben, was folgsame Schüler in kürzester
Zeit alles lernen. Sogar kleine Trialeinlagen waren am nächsten
Tag schon möglich. Um Franz seinen schon seit unserer ersten
Fuertereise gehegten Wunsch zu erfüllen, fuhren wir mit
der Fähre nach Lanzarote. Es war eine kurze Überfahrt
(35 min). Schnell noch eine Inselkarte besorgt und schon konnte
es losgehen. Lanzarote mit einer Enduro zu erkunden ist am Einfachsten,
wenn man kein Ziel hat und einfach querfeldein drauflos fährt.
Und ich muß sagen, es war einfach toll. Wir haben Gebiete
gesehen, die nur sehr wenige Urlauber zu Gesicht bekommen. Die
tollen Steilküsten mit ihren 10 m hohen Gischtfontänen
genauso wie das unberührte Land ausserhalb der Urlaubermetropolen.
Im Gegensatz zu Fuerte wird in Lanzarote Weinbau betrieben und
in geringen Maßen Gemüseanbau. Franz, der selbst
Weinbauer ist, hatten es die Weingärten ganz besonders
angetan: Da wo die einen Stock stehen haben, hat man in Österreich
mindestens 5, war sein Tenor. Bei der Rückfahrt mit der
letzten Fähre hatten wir bis zu 6 m hohe Wellen und alle
waren während der Überfahrt recht still.
In den folgenden Tagen erkundeten wir immer wieder neue Ecken
von Fuerte. Ob Norden, Süden, Osten oder Westen - querfeldein
ist es immer noch am Besten. Da die Fahrkünste unserer
Neulinge immer besser wurden, war das Tempo im Gelände
nicht mehr von schlechten Eltern. Am Meisten Spass machte allen
der südliche Teil der Insel mit dem vielen Sand. Es ist
wahrlich ein Erlebnis, sich im tiefen Sand auszutoben und die
Grenzen auszuloten. Ein wahrer Genuss war ein ausgetrocknetes
Flussbett mit einer Länge von 5 km, das wir bis zum "jetzt
geht nichts mehr" erkundeten. Teilweise hatte es nur mehr
eine Breite von 2 m und wir glaubten uns in einer Schlucht.
Es mussten auch Steilstufen überwunden werden. Als letztendlich
gar nichts mehr ging, suchten wir uns über die Böschung
einen Ausgang.
Der letzte Fahrtag war besonders lustig und erlebnisreich. Alle
meine Mitstreiter sind begeisterte Kartenspieler - ich nicht.
Es gibt doch nichts Schlimmeres als am Abend beim gemütlichem
Zusammensein Karten zu spielen. So kam es, dass ich verlangte,
es müsse um einen Preis gespielt werden (Geschirr abwaschen
und Ähnliches). Als alle Tätigkeiten ausgespielt waren,
ritt mich in meiner Weinlaune der Teufel. Ich verlangte vom
Sieger, er müsse gegen mich spielen. Gesagt, getan. Der
Verlierer muß am nächsten Tag nackt wie Gott ihn
schuf (oder waren es doch seine Mutter und sein Vater) mit dem
Bike am Strand fahren. Also, ich habe nicht verloren - und wir
hatten am Strand unseren Spass.
Unser Franz schoss auf unserer letzten Heimfahrt noch den Vogel
ab: Er versenkte seine Maschine im Schlamm in einem seiner Meinung
nach ausgetrockneten Tümpel. Bevor wir ihm halfen, die
Maschine zu bergen, wurde noch ordentlich darüber gelacht
und das eine und andere Bildchen gemacht (zuhause brauchen sie
auch etwas zum Lachen). Ja, ja, wer den Schaden hat (über
und über mit Schlamm beschmiert), braucht sich um den Spott
nicht zu sorgen.
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