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Friaul
2002
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Friaul Herbst 2002
Der Weg auf einen Berg ist steinig, darum fährt man ihn
selten alleine.
Im Gailtal wohnt nicht nur die Gailtalerin, sondern auch eine
lustige Truppe Enduristen für drei Tage. Acht Mann hoch
sind gekommen um die steinigen Gipfel zu erzwingen.
Wer meint mit Seil und Pickel, der irrt sich gewaltig. Acht
Stahlrösser mit Stollenräder warten auf Ihren Auslauf.
Männer es ist Zeit - hört ihr nicht die Berge rufen?
Schnell noch getankt und los geht es auf den Plöckenpass.
Es wäre viel zu schön gewesen, wenn alles gleich glattgegangen
wäre, aber die KTM hat schon nach den ersten Kilometern
ihr Zündschloss verloren. Aber keine Panik nach fünf
Minuten war alles wieder in Ordnung.
Weiter unten im Tal dann rechts ab auf die Panoramica delle
Vette. Die Reifen sind warm gefahren und alles fieberte den
Kurven entgegen, als plötzlich die Husky durchging und
ihren Reiter abwarf.
Der Hannes lag am Boden und schimpfte ziemlich unanständig.
Zum Glück war nicht viel passiert, nur ein paar blaue Flecken
und das Selbstbewusstsein angeknackst.
Oben angekommen war es ziemlich frisch, aber einen ordentlichen
Enduristen stört das nicht. So schön es auch oben
war, die Fahrt musste weitergehen.
Im Tal angekommen fanden wir schnell eine gemütliche Trattoria.
Alles absitzen und auf zu Bier und Nudeln. Es gibt immer welche,
die es nicht erwarten können, bis das Bier am Tisch steht
und so hat Helmut gleich das Wasser aus dem Schirmständer
getrunken. Na dann Prost!
Frisch gestärkt ging es weiter, ein kurzer Galopp bis zur
Forcella Lavaret. Ein anspruchsvoller Weg führte hinauf,
mit tiefen Spurrillen. Plötzlich fehlte die Hälfte
des Weges für ein paar Meter und die folgende Brücke
ist dem letzten Hochwasser zum Opfer gefallen.
Fünf Schweizer Eidgenossen waren gerade dabei den Bach
zu durchqueren. Bei Vieren ist es gut gegangen, doch den Letzten
haben die Hunde gebissen. Er ging im nur 10° kalten Wasser
baden. Schlussendlich schaffte er es auch unter Mithilfe seiner
Kollegen.
Jetzt waren wir dran - keiner ging baden. Nochmals Hochachtung
an unsere Neulinge Hugo und Reinhard. Über Sillian und
durch das Lesachtal ging es wieder zurück nach Kötschach.
Neun Uhr Morgens - es ging wieder los. Diesmal über die
grüne Grenze zwischen Kühen und Geißen nach
Friaul. An einem kleinen Gebirgsbach wurde das Endurofahren
verbessert. Unser Manfred gab uns wieder einmal eine Lehrstunde.
Einige versuchten, es ihm nachzumachen. Es war so richtig lustig.
Über den Passo di Lanza ging es weiter nach Paularo auf
einen Capuccino. Das nächste Ziel war der gleichnamige
Berg. Auf dem Weg dorthin verließen Franz, Hugo und Fred
die Truppe - was am Abend drei Liter Rotwein kostete. Nach der
Besichtigung des Berggipfels war es Zeit für eine kleine
Jause.
Es kam wie es kommen mußte. Helmut (nein er hatte nicht
schon wieder aus dem Schirmständer getrunken) stellte den
Kontakt zu anderen Enduristen (Männlein und Weiblein) her.
Originaltext:
Helmut: Ja von wo kommt ihr denn her?
Frau: Wir sind eine lose Runde aus Linz und Bayern!
Helmut: Seid ihr vielleicht ein Motorradclub?
Frau: Nein, das kann man so nicht sagen!
Helmut (verwundert): Ja seid ihr am Ende gar vielleicht ein
Swingerclub? Das wäre ja ideal, ich würde mich euch
gleich anschließen. Ich bin schon ein paar Tage von zuhause
weg und spüre ein eigenartiges Kribbeln in mir.
Danach bekam er einen Ordnungsruf verpasst.
Genug geblödelt, weiter ging's den Berg hinauf. Plötzlich
kam Franz von hinten vorgeprescht und berichtete, dass die Husky
vom Hannes lahmte. Schöne Bescherung, die Husky hatte mit
ihrer unbändigen Kraft alle Schrauben vom Kettenblatt gelöst
und in die Landschaft geschleudert. Jetzt war er endgültig
demoralisiert. Der Schaden ließ sich zwar einigermaßen
reparieren, aber nicht mehr wirklich in einen fahrfähigen
Zustand bringen. So konnte er nur mehr schön langsam zurück
ins Quartier fahren.
Der Rest der Truppe bezwang dann noch den Monte Zoncolan über
einen Weg, der den Namen nicht wirklich mehr verdiente. Aber
so sind halt die Enduristen.
Weil am nächsten Tag das Wetter so schön war, teilte
sich die Truppe in zwei Gruppen. Die Erste machte noch einen
anstrengenden Ausflug in Kärnten und fuhr dann am Abend
mit den Autos heim. Die zweite Gruppe trottete auf ihren Enduros
heim - es war ein weiter Weg auf den beinharten Sitzbänken
- aber schön war es schon.
KtoM (Riegler Thomas)
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