H o t b i k e
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Das Sunshine-Team und die Enduromania 2002
 


Schon die Vorbereitung für diese Veranstaltung war nicht von schlechten Eltern. Was es alles zu organisieren gibt, wenn 6 Erlebnishungrige nach Rumänien wollen, genauer gesagt nach Siebenbürgen. Das Fahrzeug, der Hängerumbau für 6 Maschinen und dann noch die Ersatzteile für die Maschinen.
So weit so gut. Am Samstag, den 15.6.2002, um 7.00 Uhr ging die Fahrt Richtung Osten los. Da nur 3 Personen mit unserem Gespann fahren durften (es war gut 11m lang und hatte ca. 5 to) hatte ich die Ehre als Erster loszudüsen. Es ging über Wien - Budapest - Turnu (Grenze zu Rumänien) - Temesvar und von hier aus in die Berge nach Siebenbürgen. War die Fahrt anfangs trotz der enormen Hitze noch erträglich, änderte sich hinter Temesvar das Bild schlagartig. Wir mussten auf den so ziemlich schlechtesten Strassen fahren, die man sich vorstellen kann. Bahnübergänge mussten schräg überfahren werden, und durch diese Rumpelei riss auch noch der eine oder andere Befestigungsgurt. Bei der Weiterfahrt in die Berge trafen wir, man glaubt es kaum, einen VW Golf mit St. Pöltner Kennzeichen mit einer rothaarigen Rumänin am Steuer. Wo sie das Auto wohl her hatte? Einige Zeit darauf erreichten wir das Ziel " Weidental". Wir wurden von Sergio, dem Veranstalter, sehr herzlich begrüßt. Was aber dann kam war fast unvorstellbar: Die Fahrt über die Hauptstrasse von Weidental - eine Motocrosspiste, die nicht hergerichtet wurde, ist der beste Vergleich. Ich hatte den Erzählungen früherer Teilnehmer nicht so recht glauben wollen, doch hier wurde ich mit der Realität konfrontiert.
Am nächsten Vormittag die erste Ausfahrt "zum Eingewöhnen an das Gelände" und um die Umgebung kennen zu lernen. Es ging gleich querfeldein durch die Pampa und kurz darauf erfolgte die erste Begegnung mit den gefürchteten rumänischen Hunden, die hinter jeder Ecke auf die Endurofahrer warten. Irgendwie hatten wir uns dann total verfranst und mussten das GPS befragen. Das Ergebnis: Da geht's lang durch den Wald. Wir hofften ob der Steilheit des Geländes und des Dickichts auf einen Pfad zu stoßen, als es auch schon passierte: Eine wunderschöne Buche stand mir plötzlich im Weg. Ich rammte sie mit voller Breitseite. Während die Husky sich zwischen zwei Bäumen verkeilte, versuchte ich irgendwie Luft zu bekommen. Die nachfolgende Schinderei meiner Mitstreiter, die Maschinen wieder aus dem Wald zu bekommen, kann ich gar nicht beschreiben. Für mich war nur eines wichtig, schaffte ich es trotz meiner Verletzungen zurück in unser Quartier ? Das Fazit: Irgendwie ging es trotz höllischer Schmerzen.
Eines steht jedenfalls fest: Das nächste Mal entfällt das Warm-up!
Die folgende Woche war schlimm - ich konnte nur im Sitzen schlafen - und was noch entsetzlicher war: Ich konnte die Enduromania nicht mitfahren. Die folgenden Berichte kann ich daher nur nach Erzählungen meiner Mitstreiter niederschreiben.
Am Montag - dem eigentlichen Beginn der Enduromania - wurden erst mal leichtere Ziele ausgesucht. Es wurden trotzdem 12.000 Punkte daraus. Am Abend dann wie auch die folgenden Tage das selbe Bild. 5 verdreckte Fahrer und Maschinen, der Ruf nach Bier und danach das obligate tägl. Service von Mensch und Maschine. Das tolle Nachtmahl entschädigte für die erlittenen Strapazen. Die allabendliche Routenplanung wurde von Bier, Schnaps und Rotwein begleitet. "Morgen müssen wir wieder 12.000 Punkte schaffen!" Am dritten Tag war die Zustimmung nicht mehr so groß. Die Anstrengungen der ersten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Die unzähligen Bachquerungen sowie die Fahrt 200 m mitten in einem Bach (weil sonst nichts mehr ging) auf glitschigem Gestein ließen den einen oder anderen nass werden. Oder der Ritt durch unwegsames Gelände, wobei für 300 m Wegstrecke eine Stunde gebraucht wurde. Ganz anders das spätere Siegerteam, das auch des öfteren unterwegs getroffen wurde. Für diese Kameraden gab es kein Endurowandern, sondern nur gnadenloses Bolzen was das Zeug hielt.
Die Strapazen hielten weiter an. Es war der berüchtigte Tarcu, den es zu bezwingen galt (zählt zu den schwierigsten Zielen). Aber das ist Ehrensache. Da wurde gefahren, geschoben, geflucht, Mensch und Motorrad geschunden. Ein anderes Ziel war nur durch einen immens langen Steilhang im Wald erreichbar. Auch das wurde, wenn auch mit großen Anstrengungen, geschafft. Und am Abend das immer wieder hervorragende Abendessen unserer Gastgeberin, die uns wirklich umsorgte und großes Lob verdient.
Zum Schluss muss das Sunshine-Team gelobt werden: Wir erreichten den 10. Gesamtrang und lieferten auch etliche lustige Episoden. Zum einen war da Franz, unser Wasserscheuer, den Wasser magisch anzieht (platsch) und dessen Reifenspray mitten in einem Dorf wieder einmal Schaum spuckte (aber nicht in den Reifen), was zur Belustigung der anwesenden Dorfjugend führte.
Toni, der Patschenmann, der unter meiner Anleitung seinen ersten Reifen wechselte, war beim nächsten Platten (nur einen Tag später) schon perfekt.
Rainer jammerte immer wieder über seine Begegnungen mit den wilden Hunden und über seine KTM, die so schwer ist, dass sie, wenn er sie an einen Baum lehnt, diesen gleich unter sich begräbt (Tatsache!).
Leo, der auf einer Wiese fast einen Schäfer - der wahrscheinlich seinen Rausch ausschlief - überfuhr oder einen Tag später einen der wilden Hunde wirklich erwischte. Tags darauf führte er seinen Hundeabwehrspray vor. Plötzlich hatten alle brennende Augen und klagten über ein Kratzen im Hals. Einige gaben den Pollen die Schuld - aber nur so lange bis sie merkten, dass sie in einer Tränengaswolke saßen.
Naz, der Könner in unserer Gruppe, der immer besonnen und meisterhaft die schwierigsten Stellen meisterte, belächelte dann den Rest der Gruppe bei ihren Anstrengungen milde.
Am meisten störte uns, dass es am vorletzten Tag in ganz Weidenau keinen Rotwein mehr gab.
Übrigens: Wir kommen wieder, aber dann mit eigenen Tuchenten, denn die rumänischen sind unseren zarten Körperchen mit ihren 8 kg !!!! wirklich zu schwer.