Bayern und Kurvenrausch ohne Ende in Südtirol > eine 12tägige Tour ("ohne Leiden") mit dem "MOPPED"

Es war wiedereinmal an der Zeit Urlaub zu machen und daher beschlossen wir (das Mopped, Pezi und Ich) uns ein paar schöne Tage in Bayern und Südtirol zu machen.
Massive Regenschauer waren gerade an diesem Wochenende angesagt an dem wir los wollten aber wirkliche Urlaubsstimmung kann doch eigentlich durch nichts getrübt werden, nicht einmal durch dunkle Wolken am Himmel. Nach einer längeren Diskussion, was ich mitnehmen "darf und was nicht" haben wir das Regengewand vorsichtshalber übergestreift und sind bester Laune an einem Sonntag um 10 Uhr losgebraust. Immer den Regenwolken hinterher.

1. Tag
St.Pölten - Salzburg - Wörgl - Telfs - Farchant (Hotel Föhrenhof)

Dem Regen haben wir fast bis an unser Ziel (Farchant) trotzen können, jedoch kurz vor Ankunft in Farchant hat es uns dann voll erwischt. Heftiger Regen ohne Ende aber unsere Urlaubsstimmung konnte eigentlich nichts trüben. Hotel und Zimmer haben gepasst und so war an diesem Tag war nur mehr ein "kalorienarmes leichtes Abendessen" angesagt - gegrillte Schweinshaxen mit Knödel und Kraut, dazu Bier und ein paar Achterl guten Rotwein, da sieht man auch über die friedhofsähnliche Stimmung im Speisesaal hinweg. Viele ältere Leute, so jugendlich haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt.

2.Tag
Farchant - Schloss Linderhof (erbaut von König Ludwig II von Bayern) > Besichtigung bei strömenden Regen.
Wunderschönes kleines Schloss, Besichtigung sehenswert. Die Schlosstour wurde jedoch aufgrund strömenden Regens abgebrochen, stattdessen haben wir uns Bier und eine Bosna gekauft und haben uns in einem Autobushüttl die als Deppen verkleideten Touristen angesehen .......... (richtighalber muss ich sagen, dass wir kurz vorher auch dazugehörten!)

3.Tag ( ENDLICH SONNENSCHEIN)
Farchant - Schloss Neuschwanstein (erbaut von 1869 - 1886) - Füssen - Reutte -Namlosertal (das Namlosertal mündet bei Stanzach in das Lechtal und liegt auf 1263m Höhe mit 100 Einwohner) - Farchant

4. Tag (UND WIEDER SONNE)
Farchant - Plansee (kaltes aber schönes Gewässer, zweitgrößter See Tirols mit einer Tiefe von 76,5m, Trinkwasserqualität) - Sonthofen - Hahntennjoch - Imst - Mieminger Plateau (Landschaftsschutzgebiet, große landschaftliche Vielfalt, Gebirgsketten und Lärchenwiesen) - Garmisch - Farchant

5. Tag (SONNE ............)
Farchant - Zugspitze (Deutschlands höchster Berg mit fast 3.000m, Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich, den Gipfel erreicht man mit der Eybsee-Seilbahn um Euro 44,--, der Bayrischen Zugspitzbahn oder der Tiroler Zugspitzbahn, seit mehr als 100 Jahre ist auf dem Gipfel eine meteorologische Station, auf jeden Fall ist die Zugspitze eine Reise wert) - Eybsee (der See am Fuße der Zugspitze in fast 1000m Höhe, der durch einen Bergsturz entstanden ist, Seerundgang möglich, oberhalb des Sees ist die Talstation der Zugspitze) - Ehrenwald (wunderschöner kleiner überschaubarer Ort) - Farchant.

Beginn der Dolomitenreise - Pässe und Kurvenrausch ohne Ende
Von nun an geht es Pässe hinauf und hinab - einer schöner als der andere


6. Tag (ab jetzt nur mehr Sonne)
Farchant - Kematen - Kühtai ( Österreichs höchstgelegener Wintersportort) - Timmelsjoch (Passo di Rombo, Verbindung zwischen dem Inntal und Meran, Öffnungszeiten Mitte Juni bis Oktober, Höhe 2484m, Länge 48 km, ist auf italienischer Seite echt gut mit vielen Kurven und Kehren, auf der österreichischen Seite haben sie die Straße fast als Autobahn ausgebaut und wollen auch noch Euro 8,-- als Maut dafür. ACHTUNG: manchmal geistern da auch einige "sportlich eingestellte" Wohnmobilfahrer herum die dann plötzlich in der Kehre vor einem stehen ........ ) - Gampenjoch (Passo di Palade, ganzjährig geöffnet, Höhe 1518m, Länge 42 km und ist die Verbindungsstraße vom Mendelpass nach Meran, der Pass ist halbwegs kurvenreich und mit ein paar Tunnels verfeinert mit einem tollen Blick ins Tal) - Penserjoch (Passo di Pennes, Öffnungszeiten Juni bis November, Höhe 2214m, Länge 63 km, die Südrampe hat nur wenige Kurven und endet bzw. beginnt im Sarntal, die Nordrampe dagegen ist sehr kurvenreich und endet oder beginnt in Sterzing) - Sarntal - Ritten (Höhenzug oberhalb von Bozen) - Oberinn (Pension Resy, auf 1300m Höhe mit Blick auf die Dolomiten und auf Bozen, Halbpension um Euro 30,--).

7. Tag
Oberinn - Ritten - Bozen - Meran - Stilfserjoch- - Bormio (altes glorreiches Städtchen auf 1125m, renommiertes Skizentrum der Lombardei) - Santa Catharina - Gaviapass (Passo di Gavia, ist einer der höchsten und schönsten der Alpen, Höhe 2621 m, Länge 26 km, auf der Nordrampe 10 Kehren, auf der Südrampe 15 Kehren, landschaftlich sehr eindrucksvoll)- Tonalepass (Passo di Tonale, ganzjährig geöffnet, Höhe1883m, Länge 38 km, Verbindungsstrecke von Bozen zum Gaviapass und Stilfserjoch- oder in Richtung Schweiz) - Mendelpass (Passo di Mendola, Höhe 1363 m, Länge 26 km, keine Wintersperre, fantastische Ausblicke ins Tal Richtung Bozen und den Kalterer See) - Bozen - Sarntal - Oberinn

Anmerkung: vor dem Mendelpass kam es aufgrund eines Ferraritreffens zu einem längeren Aufenthalt. Pezi`s BMW auf gleicher Höhe mit zwei "Gebückten", 2x eine MV Agusta 750 wobei ein Agustapilot (nach Pezi's Angaben) verächtlich auf seine BMW herabgesehen hat (ich kann diese Angaben nicht bestätigen). Na ja, als wir grün hatten, hat Pezi den Auspuff ordentlich durchgeputzt und wir sind davongezogen aber nicht lange und die Jagd hat begonnen. Ich möchte jetzt nicht näher auf das "inoffizielle Straßenduell" eingehen, jeder Moppedfahrer wird sich ausmalen können, wie es ausgegangen ist. Unbestrittener Sieger auf Platz 1 die MV Agusta 750 aber dann schon auf dem zweiten Platz mit einem minimalen Rückstand die BMW K1100 LT von Hrn.Altenburger. Als Wiedergutmachung für "mein Leiden" musste er mir auf dem Mendelpass ein Bier zahlen aber ich glaube, daß war es Pezi wert wo er sich doch normalerweise nur mit "Reiskochern" duelliert.

8. Tag (bei 34 Grad Celsius)
Oberinn - Völs am Schiern - Kastelruht - St.Ullrich (schönstes Sommergebiet Italiens 2005, viele Touristen) - Villnösstal (eines der reizvollsten Landschaften Südtirols, großartige Dolomitenkulisse, Geislerspitze ist das Wahrzeichen des Tales) - Würzjoch (Passo di Erbe, 1986 m, Öffnungszeiten Juni bis Oktober, wunderbare Berglandschaft) - Alta Badia - Castelungapass - Falzaregopass (Höhe 2117m, Länge 25 km, ganzjährig geöffnet) - Arabba - Pordoijoch (Passo Pordoi, Höhe 2239m, ist einer der vier Pässe der Sellarunde, ganzjährig geöffnet, ein Ausflug mit der Seilbahn ist sehr zu empfehlen) - Canazei (wunderschöner Ort, jedoch viel Tourismus) - Carrabas - Nigersattel (Passo Nigra, Höhe 1688m, Länge 26km, ganzjährig geöffnet) - Oberinn.


9. Tag.
Oberinn - Erdpyramiden in Ritten - kl. Höhenstrasse bis Klausen (wunderschöne kleine Strasse inmitten von Bauernhöfen und Pensionen, sehenswert) - Sterzing (mittelalterliches Flair und moderner Charme, ein kleines Juwel inmitten einer großartigen Umgebung) - Penserjoch (wurde bereits am Tag 6 erwähnt) - Oberinn.

10. Tag
Oberinn - Eggental - Val de Fiemme - Val di Fassa - Passo di Lavaze - Sellajoch - Wolkenstein (sehr nobler Touristenskiort im Grödnertal) - St.Christina (viele Touristen) - St.Ullrich - kl.Höhenstrasse - Oberinn

11. Tag
Karrersee (wunderschön gelegener smaragdgrüner See mit vielen Touristen und Autobussen) - Canazei - Marmolada (sehr beeindruckende Fahrt durch die Dolomiten) - Passo di Giau (landschaftlich wunderschön, kaum bekannt, daher wenig Verkehr und kaum Touristen) - Cortina (der Nobelskiort schlechthin - Tre Croci Pass - Misarinasee (schönes Plätzchen mit Blick auf die 3 Zinnen) - Innichen - Lesachtal - Jening (Fam.Pfaffenbichler).

12. Tag
Jening - Windischer Höhe - Millstättersee - Bad Kleinkirchheim - Turracher Höhe - Oberwölz - Hohe Tauern - Kaiser Au - Admont - Hieflau - St.Pölten.

Wie alle Reisenden habe ich mehr Dinge gesehen, als ich in Erinnerung habe und erinnere ich mich an mehr, als ich gesehen habe. Wer gerne reist, für den endet eine Reise nie, vielmehr spielt sie sich immer und immer wieder aufs neue ab ....... der Geist kann sich nie von der Reise lösen. Jede Reise ist ein einzigartiges Ereignis, das kein zweites Mal geschehen kann und nie wird es möglich sein, Neuland zu entdecken, wenn man nicht bereit ist, für längere Zeit das Ufer aus den Augen zu lassen.
"Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher; aber das ist es nicht, wofür Schiffe gebaut werden".

In diesem Sinne
Pezi's Schmiermaxe

August 05